Digitalisierung in der Geschäftswelt

Ganz Deutschland hat sich bei dem Thema Digitalisierung der Kölner Mentalität entsprechend bequem eingerichtet: Noch ist es immer gut gegangen. Dass aus China oder den USA Innovationen kommen, scheint gottgegeben zu sein. Die Bundesrepublik begnügt sich mit der digitalen Zweitverwertung – selbst in den Geschäftszweigen, in welchen wir noch zu der Weltspitze gehören.

Die Gewinne und Wachstumszahlen von relevanten Industriefirmen verschleiern derzeit, dass die Wirtschaft in Deutschland von der digitalen Essenz lebt. Von einigen Firmen abgesehen, verhalten sich diese Bekenntnisse zu der zweifelsohne nötigen disruptiven Wende umgekehrt proportional zu der Umsetzung selbst. Umso lauter dieser Wille zur Wende beschworen wird, desto weniger wird dieser gelebt.

Die Digitalisierung hat tatsächlich längst erfolgt. Wir befinden uns in einer Internetgesellschaft, in welcher Kommunikation – ob privat oder geschäftlich – über digitale Medien abläuft. Maschinen steuert man digital – von dem Staubsauger über das Fahrzeug bis hin zu der Werkzeugmaschine. Wir stehen staunend vor den endlosen Möglichkeiten der digitalen Technik und denken darüber nach, was damit angefangen werden soll. Hierin liegt paradoxerweise das Problem: Den wenigsten kommt in den Sinn, selber neuartige Möglichkeiten zu kreieren. Wir vermessen die Erde, jedoch verbessern wir diese keineswegs. Was in unseren Städten für den Feinstaub gilt, hört bei den digitalen Innovationen keinesfalls auf. Vielmehr scheint es uns wichtiger zu sein, dass wir Innovationen dokumentieren und digital abheften, als selber innovativ zu werden. Man misst, prüft, evaluiert und legitimiert vielleicht nach einigen Jahren. Bei der Innovationsbrücke dreht sich das Hamsterrad stets schneller. Dies mag sportlich ausschauen, bewegt allerdings nichts, außer die umgebende Luft.

Weltweit wird lange keineswegs diskutiert, ob dieses Internet der Dinge noch kommen wird, ob lernfähige Maschinen und künstliche Intelligenz unsere Lebenswirklichkeit grundsätzlich verwandeln oder digitale Plattformen wichtige Teile der Logistik leiten werden. Im Vergleich zu den vorherigen Revolutionen industrieller Art halten wir tatsächlich die Technik, all dies wahr werden zu lassen, schon in den Händen. Prozessoren, welchen hundert Mal mehr Leistung bringen im Gegensatz zum ersten Smartphone, welches erst vor einer Dekade auf dem Markt präsentiert wurde. Rechnertechnik für fast kein Geld, welche über Kameras das Umfeld interpretiert, Szenen und Gesichter erkennt, sich 5-G-kompatibel über NB-IoT verbindet, lernt sowie sich selbst durch künstliche Intelligenz organisiert, autonom mit der digitalen Währung Bitcoin oder (eher noch) mit Lota bezahlt oder sich global über neuartige Plattformen vernetzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Digitalisierung in der Geschäftswelt

Ganz Deutschland hat sich bei dem Thema Digitalisierung der Kölner Mentalität entsprechend bequem eingerichtet: Noch ist es immer gut gegangen.

Nach oben scrollen