Der russische Markt bleibt wichtig für die deutsche Werkzeugindustrie

Auf Russlands wichtigster Werkzeugmaschinenmesse 2015, der Metaloobrabotka, stellten die deutschen Hersteller mit über 100 Teilnehmern das größte ausländische Kontingent. Zu dieser Gemeinschaftsbeteiligung kamen viele weitere Produzenten aus Deutschland hinzu, die eigenmächtig ausstellten. Dies teilte der VDW mit.

Nachdem eine amtliche Gemeinschaftsbeteiligung vom Bundeswirtschaftsministerium, wegen politischer Bedenken, abgelehnt worden war, übernahmen der VDW und die Messe Düsseldorf die Organisation eines gemeinsamen Auftrittes. Dies geht aus der Meldung hervor. Die Gründe für die Initiative zum Gemeinschaftsauftritt sieht der Geschäftsführer des VDW Dr. Wilfried Schäfer darin, dass Russland für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ein bedeutender Markt ist, der großes Potential aufweist und zuletzt stark sinkende Auftragszahlen. Aus diesem Grund müsse ein Signal gesetzt werden, wie dies mit einem Gemeinschaftsauftritt möglich wäre. Auf diese Weise lässt sich die Kooperation bekräftigen und es wird ein klares Zeichen gegen den expandierenden asiatischen Markt gesetzt. Das die Aussteller diese Meinung teilen, zeigt sich in regen Teilnahme.

Engagement in Russland ist für deutsche Hersteller ein langfristiges Konzept

Der bei der Berthold Hemle AG in Gosheim im Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung sitzende Franz-Xaver Bernhard beschreibt das Engagement der Hermle AG in Moskau als Weiterführung einer langfristigen Wachstumsstrategie, trotz der verhängten Sanktionen. Ähnlich äußert sich Stefan Klebert, CEO der Schuler AG in Göppingen, der ebenfalls großes Potential im russischen Markt sieht. Durch die Ausstellung in Moskau soll dieses Vertrauen in den russischen Markt bekräftigt werden, der zur Zeit nach hydraulischen Schmiedepressen verlangt. Auch Klaus Winkler, Geschäftsführer der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Nürthingen bestätigt dies. Er halte trotz der Krise, die kurzfristige Pläne verhindere, eine intensive Präsenz auf dem russischen Markt für sinnvoll. Aus diesem Grund habe seine Firma auch dieses Jahr an der Metalloobrabotka teilgenommen.

Weiterhin berichtet der VDW, dass Russland 90% der benötigten Produktionstechniken importiert. Hierbei stammt mehr als ein fünftel aus Deutschland. Somit sei Deutschland der größte Lieferant für Werkzeugmaschinen und habe im Jahr 2014 Maschinen im Wert von mehr als 500 Mio. Euro exportiert. Auf diese Weise behauptet Deutschland Platz 1 der wichtigsten Lieferanten, wie schon viele Jahre zuvor.

Werkzeugmaschinen sind in Russland weiter gefragt

Diese hohe Nachfrage beweise die besonderen technologischen Ansprüche und die Erfahrung der russischen Kunden, so Schäfer. Gleiches hört man vom Vorstandsvorsitzenden der DMG Mori Aktiengesellschaft in Bielefeld, Dr. Rüdiger Kapitza. Laut diesem besitzt die Metalloobrabotka einen hohen Stellenwert in der Branche. Als Indikator zeige sie die hohe Nachfrage nach modernen Fertigungstechniken auf dem russischen Markt. Hierzu fügt Schäfer hinzu, dass Russland einen enormen Bedarf an hochwertigen Maschinen besitze. Leider gehe aufgrund der politisch angespannten Lage viel Zeit verloren, die für die Modernisierung der Betriebe notwendig sein. Er hoffe deshalb, dass sich die Lage schnell wieder beruhigt.

2014 seinen die russischen Bestellungen um mehr als 50% eingebrochen, heißt es in der Mittelung. Zudem sollen die Ausfuhren um 6% gesunken sein. Laut Schäfer, wird dieses Jahr auch der Export unter der anhaltenden Krise zu leiden haben.

Am 29.Mai endet die Metalloobrabotka 2015. Im letzten Jahr sollen auf der vorherigen Messe etwas 30.000 Fachbesucher gewesen sein, heißt es am Ende der Mitteilung noch.

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Auf Russlands wichtigster Werkzeugmaschinenmesse 2015, der Metaloobrabotka, stellten die deutschen Hersteller mit über 100 Teilnehmern das größte ausländische Kontingent.

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